| Politik/Verwaltung | ![]() |
![]() |
| Chronik des Sausals |
Die
für uns heute noch greifbare Geschichte des Sausals begann vor
rund einem Jahrtausend, als der deutsche König Otto I. den ganzen
ihm gehörenden Landstrich zwischen Sulm und Laßnitz, angefangen
von der Murebene bis auf die Höhe der Koralm, dem Erzbistum Salzburg
schenkte. Darunter befand sich auch der Wald "Susil", der
dann 977 genauer als der "Forst Susel" erläutert wurde.
Was sein Name "Susil, Susel", im Lauf der Zeit dann zu Sausal
gewandelt, ursprünglich bedeutete, wie er zustande gekommen ist,
läßt sich heute nicht mehr sicher erklären. Die Bezeichnung
des so benannten Waldlandes als Forst hingegen besagt, daß es
damals Eigentum des Königs gewesen war. 970 bzw. 977 ist der
gesamte Sausal in den Besitz des Erzbistums Salzburg übergegangen,
wodurch dessen Erzbischöfe seither zu Forst- und Grundherren
dieses Berglandes geworden sind. In den ersten Jahrhunderten der salzburgischen
Herrschaft ist nun im Sausaler Bergland jene ungeheure Pionierarbeit
geleistet worden, durch die es erst zur gegenwärtigen Kulturlandschaft
geworden ist. Im zehnten Jahrhundert noch ein weites, wildreiches
Waldland, nur in seinen breiteren Tälern von slawischsprechenden
Bauern dünn besiedelt, mußten die Erzbischöfe danach
trachten, ihren Sausal zu einer fruchtbaren und ertragreichen Landschaft
zu gestalten. Sie siedelten bairische Bauern im Sausaler Bergland
als Kolonisten an. Diese Bauerngeschlechter rodeten nun in generationslanger
und harter Arbeit den Wald, legten die versumpften Täler und
Gräben trocken, auf den kahlgeschlagenen, sonnigen Berghängen
aber pflanzten sie die Weinrebe. Daran erinnern heute noch Sausaler
Ortsnamen, wie Reith, Greith, Neurat, Neudorf; manchmal ist in ihnen
sogar noch der Name des ersten Ansiedlers erhalten, wie z.B. im Gegendnamen
Petzles oder Matterwinkel. Die Kolonisten mußten ihre Bauernhöfe
einzeln oder in kleineren Gruppen über das ganze Bergland verteilen,
auf dessen Kämmen sich auch die Winzereien mit ihren Wirtschaftsbauten
nur in langgestreckten Reihen entwickeln konnten. Dörfer hingegen
haben sich allmählich als Kirchorte entwickelt. Aber selbst deren
Kirchen, wie St. Nikolai und St. Andrä, stehen auf Bergecken
oder gar auf einem schmalen Berggipfel, wie Kitzeck. Burgen sind im
Sausal keine erbaut worden. Die wenigen heute im Sausal stehenden
Schlösser, wie Flamhof, Harrachegg oder Waldschach, sind erst
in der Neuzeit als Herrschaftssitze entstanden.
Im Sausal ist, entsprechend seiner Bergnatur als königlicher
Forst, der Wald im ganzen Mittelalter, trotz stetig fortschreitender Rodung
und Ansiedlung, vorherrschend geblieben. Das Waldland gehörte in
jenen Zeiten dem Grundherrn als dem gleichzeitigen Forst- und Jagdherrn
des Sausals. Schon der deutsche König hatte sich im 10. Jhdt. die
alleinige Jagd auf Bären und Hirsche in den "Sussentälern",
vorbehalten, und dieses Vorrecht ist so auch auf das Erzbistum übergegangen.
In Abwesenheit der Erzbischöfe aber hatte das "Jägermeisteramt in
dem Wald, genannt "Der Sausal", Forst und Wald zu betreuen.
Dieser erzbischöfliche Jägermeister wurde bei seiner Arbeit von seinen
Jägern unterstützt. Das waren eigens dazu bestellte Leute, die auf stattlichen
Bauernhöfen, den sogenannten "Gejaidhöfen" im Sausal saßen und
von diesen, ihnen vom Erzbischof verliehenen Jagdhöfen aus, ihre Reviere
zu überwachen hatten. Solche Jagdhöfe haben in Brunngraben, Petzles, Pranach
(in Flamberg), Unterjahring, Maggau und Flamberg (heute Schloß Flamhof)
bestanden. Manche dieser Jagdhöfe bestehen heute noch als schlichte Bauernhöfe.
Weinbaugemeinde St. Andrä-Höch | www.st-andrae-hoech.at | Tel. 03457/2258-0 |